GENUSS-TIPPS

Thema der Woche
22. - 28. Juni 2009

Sankt Johanni – Ende der Spargelzeit

Eine alte Bauernregel kündigt das traditionelle Ende der Spargelsaison an: „Kirschen rot, Spargel tot“. Mitte Juni beginnt die Kirschernte. Früher wurden daher die Erntehelfer aus der Spargelernte direkt in der Kirschernte eingesetzt – ein ganz profanes Ende fürs Spargelstechen, das oft mit Sankt Johanni zusammenfiel.
 
Der Hauptgrund ist aber ein anderer:
Ende Juni haben sich die Kräfte der Spargelpflanze aufgezehrt und sie braucht nach achtwöchiger Erntezeit schlicht und ergreifend eine Pause, um sich zu regenerieren. Der Johannistag, nach Johannes dem Täufer benannt, hat sich als Stichtag bewährt.

Man lässt den Spargel danach ungestört weiterwachsen, damit die Pflanze Reservestoffe in ihren Wurzeln speichern kann. Spargel wird nicht jedes Jahr neu gepflanzt, sondern ist eine mehrjährige Staude, die bis zu 10 Jahre beerntet werden kann. Beim Spargel überwintert der Wurzelstock tief in der Erde. Stängel, Äste und Blätter sterben im Herbst ab. Hat sich der Boden im Frühjahr auf etwa 12 Grad erwärmt, streben neue Sprossen der Erdoberfläche entgegen. Während die Spargelernte in Deutschland Ende April beginnt, kann man in Italien, Spanien und Frankreich bereits ab März stechen – dank des milderen Klimas.

An die Tradition des Sankt Johanni-Tages halten sich fast alle Spargelbauern. Nur, wenn Wetter und Klima nicht mitspielen, wird eine Ausnahme gemacht: Nach einem milden Winter beginnt die Spargelsaison mitunter früher und endet dann auch meist entsprechend früher, um den Pflanzen ihre wohlverdiente Ruhepause zu gönnen.

Also schnell noch mal Spargel essen, bevor es dieses Jahr am 24. Juni zu spät ist.


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